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1890
Im Jahre 1887 wurde der seit zwanzig Jahren an der Gewerbeschule tätige Friedrich Rücklin zum Direktor ernannt. Er kannte die Pforzheimer Schmuckszene und arbeitete unverzüglich konkrete Unterrichtspläne aus, die "die Gründung einer Goldwarenfabrik bis zum flotten Gange derselben" zum Ziel hatten. Während die Handwerkerberufe infolge ihres Kleinbetriebes Fächer wie "Geschäftskunde" und "Buchführung" benötigten, lag es im ureigensten Interesse der Schmuckindustrie, bei der eine Trennung zwischen dem kaufmännischen Bereich und der Herstellung bestand, den Zeichen- und Modellierunterricht auszubauen. Doch auch die Teilung der Gewerbeschule in eine Handwerkerabteilung (361 Schüler) und eine Goldschmiedeabteilung (874 Schüler) unter gemeinsamer Leitung führte nicht zu dem gewünschten Erfolg. Die Änderung der Organisationsform erfolgte mit dem Umzug der Gewerbeschule in ein modernes Schulgebäude auf der Insel im Jahre 1892. Das Schulhaus an der Jahnstraße verblieb der Kunstgewerbeschule und dem Kunstverein.